Wer kennt sie nicht - die kleine oder große Glasrosenplage

Wer kennt sie nicht - die kleine oder große Glasrosenplage

 

Ich möchte hier meine Erfahrungen bei der  Nachzucht der Glasrosenfressenden Nacktschnecke „Aeolidiella stephanieae“ vorstellen. Einigen ist diese Schnecke sicher noch unter dem Namen „Berghia verrucicornis“ bekannt.

Der Gedanke selbst, einen Nachzuchtversuch im Bereich der Meerwasseraquaristik zu starten, bewegte mich zu einer schnellen Umsetzung meines Projektes. Den Hauptgrund für die Entscheidung lieferten aber meine Glasrosen, welche zu einer schnellen Eroberung von Lebensraum in meinem Aquarium neigten. Eine Bekämpfung der Glasrosen mit natürlichen Fressfeinden ist wesentlich einfacher und erspart viel Zeit.

Vor dem Kauf der Nacktschnecken habe ich im Internet nach Zuchtberichten recherchiert und bin dabei  fündig geworden.

Die spiralförmigen Eigelege wurden anfänglich von mir in Gläser gegeben. Bei dieser, oft im Internet beschriebenen Methode, hatte ich mit dem Schlupf der Jungtiere keinen Erfolg. Angelehnt an diese Erfahrungen legte ich mir ein kleines Zuchtbecken mit einem Fassungsvermögen von zehn Litern zu.

Die Eiablage der Schnecken ließ bei guter Fütterung nicht lange auf sich warten. Eine ausgewachsene Schnecke frisst am Tag durchschnittlich eine mittelgroße Glasrose. Da diese Schnecken mit einer Größe von etwa vier Zentimetern “Nahrungsspezialisten“ sind, müssen vor der Zucht genügend Glasrosen zur Verfügung stehen.

Wer die Aeolidiella stepanieae  „nur“  für die Bekämpfung der Glasrosen möchte, braucht sich um den hohen Glasrosenbedarf bei der Zucht keine Gedanken zu machen. Die Eiablage der Zuchttiere erfolgt ca. alle 2-3 Tage. Die Gelege werden mit zunehmendem Alter der Schnecken größer. Die Eiablage dauert in etwa eine Stunde und findet meistens in der Dunkelheit statt. Dabei wird bevorzugt die Glasscheibe im oberen Bereich des Beckens genutzt.

Der Zuchterfolg stellte sich in einem kleinen Becken von fünf Litern Fassungsvermögen ein. In diesem Becken habe ich eine Temperatur von 25 Grad. Außer einer Heizung wurde keine weitere Technik verbaut.  Aus meiner Erfahrung spielt die Temperatur beim Schlupf der Schnecken eine große Rolle. In das  Becken mit den Eigelegen werden im Vorfeld kleine Glasrosen zugeführt. Eine zusätzliche Zugabe von kleinen Glasrosenteilen erfolgt ab der dritten Woche nach Umsetzung der Eigelege.

Nun ist Geduld gefragt. Nach meiner Erkenntnis sind die ersten Jungtiere nach ca. 50 Tagen sichtbar. Die Jungtiere fressen am Anfang in kleinen Gruppen, dies verliert sich mit zunehmenden Alter. Für die Fütterung der  Schnecken verwende ich zum Anfang kleine Glasrosenteile. Große Glasrosen oder Glasrosenteile werden von den kleinen Nachkommen aus Sicherheitsgründen gemieden. Vier Wochen nach dem Schlupf sind die Jungtiere selbst in der Lage Eier zu legen.

Allen Interessenten wünsche ich viel Spaß und Glück bei der Nachzucht.

Jungtiere für die Nachzucht oder für die natürliche Glasrosenbekämpfung erhalten Sie über meine Homepage.

Weitere Fragen zur Nachzucht beantworte ich Ihnen gern per E-Mail.

          Mit salzigen Grüßen

                               Steffen Henschelmann